Ostern ist eigentlich nur ein halbes Fest

Hast du schon einmal ein gekochtes Ei aufgeklopft und überrascht festgestellt, dass es zwei Dotter hatte statt nur einem? Dann kannst Du Dich freuen, denn Doppeldotter sind heute sehr selten!
Das war früher anders, denn zumindest einmal in jedem Jahr waren solche Doppeldottereier in aller Munde.
Die ganze Geschichte hängt mit Ostern zusammen. Man kennt heute den Osterhasen, Osterfeuer, Osterlämmer und sogar die Osterinsel. Was Ostereier sind, weiß natürlich sowieso jeder – auch, dass diese nur einen Dotter haben!
Aber kaum jemand weiß, dass wir mit Ostern eigentlich nur noch ein halbes Fest feiern!
Früher gehörte zu Ostern nämlich auch völlig selbstverständlich Western als zweite Festhälfte. Man feierte also das Osternwesternfest.
Logischerweise hatten die Osterwesterhasen nicht nur zwei, sondern vier Ohren. Natürlich brannten die Osterwesterfeuer doppelt hell und die Osterwestermarschierer waren deutlich entschlossener als ihre heutigen Nachfolger. Dass alle Osterwestereier Doppeldotter hatten, ist ja ohnehin klar!
Aber wann und warum geriet die Western-Hälfte des Osterwesternfestes in Vergessenheit?
Nun, das begann ungefähr zu dem Zeitpunkt, als Amerika entdeckt wurde.
Mehr und mehr verbanden die Menschen mit dem Begriff Western spannende Geschichten über Cowboys und Indianer und vergaßen darüber schließlich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes als die eine Hälfte des Osternwesternfestes.
So blieb irgendwann nur noch Ostern übrig, wie wir es heute kennen.
Vierohrige Osterwesterhasen sind inzwischen ausgestorben, man begnügt sich heute mit den weniger hellen einfachen Osterfeuern und die Ostermärsche ..., na ja, Schwamm drüber!
Aber wie gesagt, mit ein bisschen Glück kann man auch heute noch ein traditionelles Osternwesternei mit Doppeldotter finden. Dann sollte man versuchen, sich ein bisschen doppelt zu freuen.

Martin Seele ist Kreativchef von Ogily Action Deutschland.

Die Autorin/Der Autor empfiehlt ihre/seine Geschichte für Kinder von 7-10.

Erstellt am Freitag, 28.09.2012


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