Auf der Insel Sylt ist die maximale Schafsgeschwindigkeit endlich amtlich geregelt!

Jeder weiß, Sylter Schafe sind schnell – sehr schnell! Diese unter Schafen weltweit einzigartige Eigenschaft verdanken sie aber einem Eingriff des Menschen in die natürliche Evolution – was erfahrungsgemäß nur selten gut geht!
Um der speziellen Sylter Geografie gerecht zu werden – die Insel ist sehr lang, dafür aber auch extrem schmal – züchteten die Sylter Schafzüchter ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts ihre Schafherden gezielt auf die Fähigkeit hin, möglichst zügig in Nord-Süd-Richtung zu grasen, statt sich groß mit Quer- oder gar Rundgrasen aufzuhalten.
Um dieses Ziel zu erreichen, kreuzte man die Sylter Schafe mit schnellen Paarhuferrassen wie zum Beispiel Gnus oder Impala-Antilopen.
Mit dem gewünschtem Erfolg: Durch Zuchtauswahl ist das heutige Sylter Schaf zum schnellstmöglichen Weidenwechsel befähigt.
Dennoch hat – wie so oft – dieser eigentlich gut gemeinte Eingriff des Menschen in den natürlichen Lauf der Dinge auch in diesem Fall unvorhergesehene Folgen!
Zum einen führte die übergroße Schnelligkeit der Schafe zu erheblichen Verlusten im Schafbestand, weil nicht bedacht wurde, dass Sylt zwar sehr lang, aber eben doch eine Insel ist und insofern irgendwann unweigerlich im Meer endet.
Und so führt das hohe Weidewechseltempo der Sylter Schafe häufig dazu, dass diese an den beiden Inselenden im Norden und Süden nicht schnell genug bremsen bzw. die Kurve kriegen können und so oft weit übers Ziel hinaus ins Watt rasen – wo sie dann entweder mühevoll aus dem Schlick geborgen werden müssen oder sogar verloren gehen.
Doch damit nicht genug, es gibt noch ein weiteres, mindestens ebenso gravierendes Problem!
Das in Jahrhunderten gewachsene Gleichgewicht zwischen Sylter Schafen und Sylter Hütehunden ist empfindlich gestört. Die Sylter Hütehunde geraten aufgrund der neuen Geschwindigkeit der Schafe zunehmend ins Hintertreffen und können ihre Hüte-Aufgabe nicht mehr erfüllen. Heute wirken die meisten der vormals stolzen Sylter Hütehunde depressiv und lethargisch und können bestenfalls als sogenannte Tiefbauhunde oder manchmal sogar nur noch als Schoßhündchen auf dem Festland eingesetzt werden.
Es ist nur folgerichtig, dass die Sylter Schafzüchter und die Sylter Hütehunde-Vereinigung sich nun zusammen gefunden haben, um diese Problematik gemeinsam in den Griff zu kriegen.
Die erste Maßnahme ist dabei die konsequente Begrenzung der maximalen Schafsgeschwindigkeit auf 60 Stundenkilometer – was, am Rande bemerkt, für die Sylter Hütehunde immer noch eine Herausforderung darstellt.
Aber immerhin – ein Anfang ist gemacht! Und vielleicht wachsen diesmal die Hütehunde an der Aufgabe.
Die Schafe haben es ja vorgemacht.


Martin Seele ist Kreativchef von Ogily Action Deutschland.

Die Autorin/Der Autor empfiehlt ihre/seine Geschichte für Kinder von 11-14.

Erstellt am Donnerstag, 29.09.2011


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