Singt der Mann im Mond?

Ihr seht ihn jeden sternenklaren Abend, wenn ihr genau hinschaut.
Er sieht wunderbar aus, wenn er so riesig am Himmel steht.
Stolz und gewichtig in seinem graublauen Kleid. So wie man sich wichtige alte Männer in alten Märchen vorstellt.
Mit runden Backen und dicken Bäuchen, elegant gekleidet und seht sehr hoheitsvoll in die Menge grüßend.
Nun habt ihr euch auch bestimmt schon mal gefragt, wo der Mann da wohnt!
Hat er ein eigenes Haus oder lebt er in Miete, vielleicht in einem genauso alten Eisenbahnwagon?
Hat er Freunde und mag er auch keinen Spinat?
Wo ist Frau Mond und gibt es eine Schule für seine Kinder? Hat er Kinder?
Und überhaupt: Er trägt doch bestimmt XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXl. Wo gibt es das oder hat er einen Schneider? Ist er freiwillig da oder wurde er von den alten Göttern dorthin verbannt?

Das sind alles wichtige Fragen, denn schließlich ist er alle paar Wochen der Mann, dem man bei Beleuchtung abends zusehen kann. So wie einem Nachbarn, der das Licht hinter den Gardinen vergessen hat auszumachen.
Die Sache ist die. Der Mann im Mond ist ein ganz kleines Männchen, das in den Gebirgen des Mondes lebt. Er ist mit der ersten Mondlandung dort hin geflogen, ohne dass die Astronauten ihn überhaupt entdeckt haben. Er ist so winzig, dass er sich unter der Matratze verstecken konnte.

Er war ein Männchen mit großen Wünschen und Träumen. Er wollte in der Welt voller Menschen und Tiere einen Platz für sich ganz alleine haben. Ganz schön schwierig, denn überall auf der Erde gibt es Lebewesen, sogar bis zu 1000den von Metern unter Wasser, in jeder Pfütze und in jedem Wassertropfen unter dem Mikroskop. Da war die Auswahl an Platz sehr gering für seine Wünsche.
Er erfuhr von der 1ten Mondfahrt und setzte alles dran dorthin mitzufahren.

Da er so klein war, gelang es ihm. Er ließ sich mit der Luftpost nach Amerika bringen und kam nach Umwegen gerade noch rechtzeitig zum Start. Als dann der legendäre "Neil Amstrong" den ersten Fuß auf den Mond setzte, war es auch für den kleinen Mann Zeit, sich auf den Mond abzusetzen. Er suchte sich einen Unterschlupf in einem Krater und da er so klein war, kam er mit dem Sternenstaub als Nahrung aus.
Dieser Sternenstaub aber ist genau das Wunder, was wir bei Vollmond erleben.
Wie wenn man Schattenspiele mit den Fingern an die Wand macht.
Die sind riesiger als unsere Finger. Schon mal gemacht?
Probiert es mal aus. Es ist wirklich witzig.
Der kleine Mann kommt also aus seinem Versteck,und durch den Sternenstaub leuchtet sein ganzes Gesicht. Von unten auf der Erde sieht es gigantisch aus. Es sieht aus, als wenn er mit offenem Mund eine Oper singt.

Maria Jost, geb.1961 am linken Niederrhein, ist Umschülerin zur staatl. anerkannten Erzieherin, wohnt im Südschwarzwald und hat einen erwachsenen Sohn.
Unter dem Namen " SENTA RASKO " schreibt sie Kurzgeschichten und Gedichte und gestaltet großflächige Collagen.
Das Bild wurde gemalt von der Malkursgruppe der Stadt Villingen (BW)
unter der Leitung von Elvira Unruh.


Die Autorin/Der Autor empfiehlt ihre/seine Geschichte für Kinder von 11-14.

Erstellt am Dienstag, 08.10.2013


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